Dahlien – Zeugen guten Geschmackes

27. August 2010 | Von | Kategorie: Blume des Monats

Herkunft und Botanik

Die Gattung der Dahlia gehört zur großen Familie der Asteraceae oder Korbblüter, früher auch als Compositae bekannt. Man zählt 12 Arten, die alle aus Mexico stammen. Die erste Beschreibung stammt von Francisco Hernandez aus dem Jahr 1615. In dieser Zeit wurde Mexico von den Spaniern beherrscht und man vermutet, daß in dieser Zeit die ersten Dahlien-Samen nach Spanien geschickt wurden, was die Pflanze in Europa einführte. Über das Schicksal der Samen ist nichts bekannt. Erst ca. 200 Jahre später kommt die eigentliche Einbürgerung. Die Pflanzen werden nach Andreas Dahl, dem Botaniker und Schüler von Linnaeus benannt. Die Ausgangspunkte für ihre Erfolgsreise durch Europa sind die botanischen Gärten in Madrid und Berlin. Fast sofort beginnt die Hybridisierung. Die ersten Ergebnisse waren Hybriden verschiedener Arten. Sie wurden unter der Bezeichnung Dahlia variabilis zusammengefasst. Der Name verweist auf die große Form und Farbvielfalt.

Die Gattung Dahlia besteht aus oktaploiden Pflanzen. Das bedeutet, daß in jeder Zelle acht Chromosomen jeder Art vorhanden sind. Zum Vergleich: der Mensch ist diploid. Zweifellos ist dieser Genotyp für die große Diversität der Kreuzungsergebnisse verantwortlich.

Die wichtigste Art ist Dahlia pinnata, was gleichbedeutend ist mit Dahlia rosea. Andere Arten, die bei der Entstehung der heutigen Variationen eine Rolle gespielt haben, sind Dahlia coccinea und Dahlia gracilis. Die so genannte Kaktusdahlie zeit Einfluß von Dahlia juarezii. Im Jahr 1813 erzielte Arentz, ein Veredler aus dem niederländischen Leiden, eine der ersten Formen mit gefüllten Blüten, was einen neuen Schritt in der Beliebtheit dieser Pflanzen bedeutete. Die Anzahl der benannten Arten ist inzwischen so groß, daß man unmöglich eine korrekte Anzahl nennen kann. Es sind inzwischen mehr als 20.000.

Pflege im Garten

Im Garten gehört der Ohrwurm zweifellos zu den größten Feinden, da er die Blütenknospen anfrisst. Sie sollten dieses Tierchen fangen, aber am Leben lassen, denn es vertilgt auch viele Blattläuse und kann also anderswo nützlich sein. Dahlien wachsen in jeder guten, nährstoffreichen Erde, die durchlässig, aber nicht zu trocken ist. Achten Sie jedoch auf den Säuregrad. Ideal ist ein pH-Wert von 6 bis 7 . Erhöhen Sie den pH-Wert im Bedarfsfall mit (landwirtschaftlichem) Kalk. Pflanzen Sie sie an eine helle Stelle. Sie vertragen zwar kein direktes Sonnenlicht, sind aber in einem warmen Garten für einige Schattenstunden täglich dankbar. Nicht zuviel Schatten, denn das ergibt schwächeres Wachstum und weniger Blüten. Allgemein kann man feststellen, daß Dahlien wegen ihrer Herkunft nicht winterfest sind. Daran wird jedoch ständig gearbeitet und diese vorangetriebene Auswahl in Kombination mit der Klimaerwärmung wird vielleicht bald dazu führen, daß es die ersten ‘winterfesten’ Dahlien gibt. Vorläufig wird jedoch empfohlen, die Pflanzen frostfrei zu überwintern.

Man kann Dahlien als Pflanze (Knolle) oder Samen kaufen. Bei den Sämlingen gibt es natürlich eine größere Vielfalt bei den Ergebnissen. Aber Achtung: Samendahlien sind nicht dasselbe wie von Ihnen ausgesäte Dahlien. Was man als Saatdahlien kennt, sind gesäte Serien, die als Pflanzen angeboten werden. Sie sind farblich gemischt aber relativ gleichförmig. Denken Sie beispielsweise an die Mignon-Serie (gemischt, einfachblütig) und die Unwin (gemischt, halb gefüllt). Viele Dahlien müssen im Garten gestützt werden, vor allem die Formen mit gefüllten Blüten. In den Gärten von Hever Castle werden dafür beispielsweise schwere Stützstöcke aus Kastanienholz verwendet. Die Menge der Blätter und Blüten sorgt dafür, daß diese Stützen in der Blütezeit nicht störend wirken. Das Entfernen der Spitzen der jungen Pflanzen fördert die Entwicklung der Seitentriebe und ergibt also eine kompaktere Pflanze. Bei Ausstellungspflanzen werden die Blütenknospen ausgedünnt, bis nur noch eine Blüte pro Stiel aufblüht. Das ergibt eine viel größere Blüte und ist ideal für eine Ausstellung, aber aufgrund unseres wechselhaften, oft windigen Wetters im Garten weniger schön.

Pflege als Schnittblume

Man sollte wissen, daß die Dahlie als Schnittblume nicht zu lange trocken sein darf. Stellen Sie sie also schnellstmöglich in Wasser, dem einige Tropfen Bleichwasser zugegeben wurde. Schneiden Sie sie mit einem scharfen Messer ein und nicht mit der Gartenschere. Der Stängel ist sehr saftig, aber hohl, eine Schere drückt ihn zusammen und beschädigt ihn. Wenn die Stiele schlaff werden, sollten Sie sie erneut schräg anschneiden und sie mit Wasser und einigen Tropfen Bleichwasser vollsaugen lassen. Der Wasserdruck regeneriert und die Blüten stehen wieder aufrecht. Dahlien gibt es in verschiedenen Größen und mit gefüllter oder einfacher Blüte. Das bedeutet, daß das Gewicht der Blüte von der Art abhängt. Selbstverständlich müssen Sie dies bei der Verarbeitung beachten. Wählen Sie die Stiellänge in Abhängigkeit von der Blütengröße und dem -gewicht. Die Haltbarkeit von Dahlien hängt von der Art ab und schwankt zwischen 6 und 14 Tagen. Dahlien werden in Freibeeten angebaut, wodurch ihre Anfuhr saisongebunden ist. Der Höhepunkt dieser Anfuhr liegt im August und September.

Wenn Sie selbst im Garten ernten möchten, ist der beste Zeitpunkt morgens. Abends eventuell auch, aber nicht mitten am Tag. Stellen Sie sie sofort in reichlich Wasser. Geben Sie Schnittblumendünger dazu. Damit verbessern Sie das Aufblühen und der Dünger enthält auch ein antibakterielles Mittel, wodurch das Vasenwasser länger sauber bleibt.

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